Recruiting-Kampagne: Ablauf, Kanäle und Beispiele, die Bewerber bringen

„Wir suchen (m/w/d)“, junges dynamisches Team, Obstkorb. Gähn. Eine Recruiting-Kampagne ist das Gegenteil davon: eine geplante Aktion mit eigener Idee, echten Inhalten aus deinem Unternehmen und bezahlten Anzeigen, die über mehrere Wochen gezielt Menschen für eine bestimmte Stelle ansprechen. Auch die, die gar nicht suchen. Am Ende steht nicht ein Klick, sondern ein Gespräch mit jemandem, der wirklich passt.
In diesem Guide liest du, was alles zu einer Recruiting-Kampagne gehört, wie sie abläuft, welche Kanäle passen, wie eine Stellenanzeige auf Instagram aussehen sollte und wovon die Kosten abhängen.
Was ist eine Recruiting-Kampagne?
Eine Recruiting-Kampagne ist eine zeitlich begrenzte, geplante Maßnahme, um Bewerber für eine oder mehrere Stellen zu gewinnen. Dabei kommen eine Botschaft, Inhalte wie Videos und Fotos, Anzeigen in sozialen Netzwerken und ein einfacher Bewerbungsweg zusammen.
Der Unterschied zur klassischen Stellenanzeige: Die Anzeige wartet, bis jemand sucht. Die Kampagne geht dahin, wo die Leute ohnehin sind. Gute Leute sitzen da wie König George auf seinem Thron. Job, Team, Routine: alles da. Die einzige Frage, die sie sich stellen: Was habe ich davon? Diese Frage muss deine Kampagne beantworten.
Was gehört alles zu einer Recruiting-Kampagne?
Zu einer Recruiting-Kampagne gehören eine klare Zielgruppe, eine Idee, echte Inhalte, Anzeigen auf den passenden Kanälen, ein kurzer Bewerbungsweg und jemand, der schnell auf Bewerbungen reagiert. Fehlt einer dieser Bausteine, verpufft der Rest.
- Zielgruppe: Welche Stelle, welche Qualifikation, welcher Umkreis? Und was macht dich für genau diese Leute besser als ihren aktuellen Job?
- Idee: ein Motiv oder Titel, der hängen bleibt. Nicht die zehnte Variante von „Komm ins Team“.
- Inhalte: kurze Videos und Fotos mit deinen echten Mitarbeitenden, im Hochformat für Reels und Stories. Wie das aussehen kann, zeigen die Recruitingvideos für Andres Carpoint.
- Anzeigen: gezielt ausgespielt nach Region, Alter und Interessen.
- Bewerbungsweg: ein kurzes Formular oder eine Landingpage, die auf dem Handy in einer Minute erledigt ist.
- Nachfassen: Wer sich ein Video angesehen hat, bekommt eine zweite Botschaft. Wer sich bewirbt, bekommt schnell einen Anruf.
- Messen: Wie viele Bewerbungen kommen rein, was kostet eine, wie viele passen wirklich?
So läuft eine Recruiting-Kampagne ab
Eine Recruiting-Kampagne läuft in fünf Phasen: Stelle verstehen, Idee entwickeln, Inhalte drehen, Anzeigen ausspielen und Bewerber bis zum Gespräch begleiten. Die meiste Arbeit steckt vor dem Start, nicht danach.
- Stelle verstehen: Was macht die Person wirklich, wer hat die Stelle zuletzt gut gemacht, und warum ist er oder sie geblieben?
- Idee entwickeln: Daraus entsteht die Botschaft. Nicht was ihr sucht, sondern was der Bewerber bekommt.
- Inhalte produzieren: Drehtag mit dem Team, daraus mehrere kurze Clips und Motive.
- Anzeigen ausspielen: erst mit verschiedenen Varianten testen, dann das Budget auf die stärksten verschieben.
- Bis zum Gespräch: Bewerber vorab kurz anrufen und die wichtigsten Punkte klären, zum Beispiel Schicht, Führerschein oder Startdatum. Bei dir landen nur die, die passen.
Wir bauen das Kennenlernen bewusst in mehreren Schritten auf. Kaum jemand wechselt nach dem ersten Date den Partner, und kaum ein guter Mitarbeiter nach der ersten Anzeige den Job. Erst ein Video, das im Feed hängen bleibt. Dann ein ehrlicher Blick in den Alltag. Dann eine persönliche Nachricht. Dann drei Fragen und ein Rückruf.
Welche Kanäle passen für eine Recruiting-Kampagne?
Für die meisten Recruiting-Kampagnen sind Instagram und Facebook die wichtigsten Kanäle, für Azubis und Berufseinsteiger zusätzlich TikTok. Welcher Kanal vorne liegt, hängt davon ab, wen du suchst.
- Facebook: gut für erfahrene Fachkräfte, regional sehr genau aussteuerbar.
- Instagram: stark mit Reels und Stories. Funktioniert für viele Altersgruppen.
- TikTok: für Azubis interessant, verlangt aber Inhalte, die sich nicht wie Werbung anfühlen.
- LinkedIn: für Bürojobs und Fachkräfte mit Studium, die beruflich vernetzt sind.
- Karriereseite: kein Kanal für Reichweite, aber das Ziel, auf das alles zeigt. Ohne gute Karriereseite verlierst du die Leute nach dem Klick.
Stellenanzeige auf Instagram: So hebt sie sich ab
Eine gute Stellenanzeige auf Instagram sieht nicht aus wie eine Stellenanzeige. Am besten ist es ein Reel oder eine Story im Hochformat: mit einem Hook in der ersten Sekunde und echten Menschen aus deinem Betrieb. Der Text ist kurz, die Bewerbung geht direkt im Formular. Kein PDF, kein Anschreiben.
Beispiele für Recruiting-Kampagnen
Die besten Recruiting-Kampagnen haben eine eigene Idee und zeigen echte Leute. Drei Beispiele aus unseren Projekten.
Ambulante Pflege Bock: Für den Pflegedienst lief die Kampagne unter dem Motto „Alltagshelden gesucht“, dazu kam eine Karriereseite. Pflege ist ein Beruf, in dem viele Stellenanzeigen gleich klingen. Ein eigenes Motiv hilft, aus dieser Masse rauszukommen. Mehr im Case Ambulante Pflege Bock.
Autolackierung Menke: Statt „Wir suchen Lackierer“ gab es die Kampagne Paint Gun, mit Plakatmotiven im Kinolook, Karussell-Slides und kurzen Animationen. Den ganzen Case findest du unter Autolackierung Menke.
P+P Schleifer: Eine Steuerkanzlei mit dem klassischen Problem: Überstunden, weil keiner kommt. Mit Recruitingvideo, neuem Arbeitgeber-Branding und Kampagne kamen 6 qualifizierte Bewerber in 90 Tagen und 2 Einstellungen in acht Wochen. Die regionale Aufmerksamkeit als Arbeitgeber stieg um 25 %. Mehr im Case P+P Schleifer.

Es ist wie eine Bombe eingeschlagen! Ich empfehle, das den Leuten hier zu übergeben und einfach zu sagen: Mach es.
Philip Schleifer, CEO, P+P Schleifer
Bewerber finden und Azubis finden: Was ist anders?
Bei Fachkräften überzeugst du mit dem, was sich gegenüber dem aktuellen Job verbessert. Bei Azubis überzeugst du mit Menschen in ihrem Alter, die zeigen, wie die Ausbildung wirklich aussieht.
Wer Bewerber finden will, die schon im Beruf sind, muss konkret werden: feste Teams, planbare Schichten, moderne Ausstattung, kurze Wege zum Chef. Wer Azubis finden will, spricht oft zwei Gruppen an: die Schüler selbst und ihre Eltern. Bei Azubis zählt außerdem der Zeitpunkt, weil viele ihre Entscheidung lange vor Ausbildungsbeginn treffen.
Was kostet eine Recruiting-Kampagne?
Was eine Recruiting-Kampagne kostet, hängt von der Zahl der Stellen, der Region, der Laufzeit, dem Werbebudget und davon ab, ob schon Videomaterial da ist. Eine klare Einschätzung für deine Stelle bekommst du im kostenlosen Erstgespräch.
- Konzept und Idee: einmalig, egal wie lange die Kampagne läuft.
- Produktion: ein Drehtag liefert oft Material für mehrere Wochen.
- Werbebudget: geht direkt an Meta, TikTok oder LinkedIn. Mehr Konkurrenz um dieselben Leute macht Anzeigen teurer.
- Laufzeit und Betreuung: Anzeigen testen, nachsteuern, Bewerber vorqualifizieren.
- Bewerbungsweg: Landingpage oder Karriereseite, falls es noch keine gute gibt.
Rechne die Kosten gegen eine Stelle, die monatelang leer bleibt. Überstunden, verschobene Aufträge, Leute, die irgendwann keinen Bock mehr haben. Die wichtigste Kennzahl ist am Ende nicht der Klickpreis, sondern was dich ein passender Bewerber kostet. Dafür schauen wir auf die Cost per Lead und darauf, wie viele davon wirklich anfangen.
Fazit: Eine Recruiting-Kampagne verkauft den Arbeitsplatz, nicht die Stelle
Eine Recruiting-Kampagne bringt deine Stelle zu den Menschen, die gar nicht suchen. Dafür braucht sie eine eigene Idee, echte Gesichter, Anzeigen auf den richtigen Kanälen und einen Bewerbungsweg, der in einer Minute erledigt ist. Und jemanden, der danach schnell zum Telefon greift.
Du willst wissen, ob sich eine Kampagne für deine Stelle lohnt? Im kostenlosen Erstgespräch checken wir deine Stelle, ohne Verkaufsshow. Wie wir Kampagnen aufbauen, liest du bei Social Recruiting.









