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Guide · 8 Min. Lesezeit · 26. Oktober 2026

Produktvideo erstellen: Ablauf, Formate, Beispiele und Kosten

Aufgebautes Videostudio: Kamera auf Stativ vor einem Tisch mit Laptop, dazu Leuchten, ein Reflektor und ein grüner Hintergrund

Dein Produkt ist gut. Auf dem Foto sieht es aus wie alle anderen. Wer ein Produktvideo erstellen will, braucht deshalb zuerst keine Kamera, sondern einen Satz: Was soll der Zuschauer über dein Produkt wissen, wenn das Video vorbei ist? Ein Produktvideo zeigt in wenigen Sekunden, was ein Produkt kann, wie es in echt aussieht und warum man es haben will. Dazu kommen das passende Format für den Kanal und eine Seite, auf der man danach kaufen oder anfragen kann.

Hier liest du, was ein Produktvideo vom Imagefilm unterscheidet, wie die Produktion abläuft, welche Länge und welches Format für Shop, Website und Social passen, was den Aufwand bestimmt und wann das Handy reicht. Wie wir Produktvideos konzipieren, drehen und ausspielen, siehst du auf unserer Seite zur Videoproduktion.

Was ist ein Produktvideo, und was unterscheidet es vom Imagefilm?

Ein Produktvideo hat eine Hauptfigur: das Produkt. Es soll zeigen, erklären und verkaufen. Ein Imagefilm stellt dagegen dein Unternehmen vor, also Menschen, Haltung und Arbeitsweise.

Daraus folgen andere Fragen im Kopf des Zuschauers. Beim Imagefilm: Passen die zu mir? Beim Produktvideo: Was ist das? Was bringt mir das? Wie fühlt es sich an, wie groß ist es, wie funktioniert es? Wo bekomme ich es? Ein gutes Produktvideo arbeitet diese Fragen der Reihe nach ab und lässt alles weg, was nicht darauf einzahlt. Firmengeschichte, Teamfoto und Werkshalle gehören in den Imagefilm. Wie der entsteht, steht in unserem Guide Imagefilm erstellen lassen.

Welche Arten von Produktvideos gibt es?

  • Produktpräsentation: Material, Farbe, Details, Größe. Das, was ein Foto nicht zeigt. Für Shop und Produktseite.
  • Erklärvideo: Wie funktioniert das? Für Software und erklärungsbedürftige Produkte, oft mit Animation oder Bildschirmaufnahme.
  • Anwendungsvideo: Das Produkt im Einsatz, in echter Umgebung, mit echten Händen.
  • Social Ad: hochkant, kurz, mit einem Einstieg, der beim Scrollen bremst. Für Leute, die dich noch nicht kennen.
  • Unboxing und Kundenstimmen: Was steckt in der Packung, und was sagen Leute, die es schon nutzen?

Die Typen schließen sich nicht aus. Wenn du vorher festlegst, welche du brauchst, lassen sich Präsentation, Anwendung und Social Ad oft in derselben Produktion aufnehmen.

Wie läuft die Produktion eines Produktvideos ab?

Ein Produktvideo entsteht in fünf Schritten: Botschaft, Skript, Aufnahmen, Schnitt, Ausspielen. Über Erfolg oder Flop entscheiden meist Schritt eins und fünf, nicht der Drehtag.

  1. Botschaft festlegen: Für wen ist das Video, und was soll danach passieren? Kaufen, Demo buchen, anfragen. Plus der eine Nutzen, der hängen bleiben soll.
  2. Skript und Storyboard: Einstieg mit Problem oder Effekt, dann Nutzen, dann Beweis, am Ende der nächste Schritt. Jede Einstellung ist geplant, bevor jemand aufbaut.
  3. Aufnahmen: Studio mit Produkt auf dem Tisch, Anwendung vor Ort oder gar keine Kamera, sondern Bildschirmaufnahme und Motion Design.
  4. Schnitt und Ton: Tempo, Musik, Geräusche, Untertitel, Farbe. Gerade bei Produkten machen Sounddesign und Licht in der Farbkorrektur viel aus.
  5. Fassungen und Ausspielen: Querformat für die Website, Hochformat für Reels und Stories, Kurzfassungen für Anzeigen. Danach schauen, welche Fassung verkauft.

Was du fürs Briefing bereitlegen solltest

  • Das Produkt selbst: Muster in Bestform, ohne Kratzer, mit Verpackung. Bei Software ein Testzugang mit sauberen Beispieldaten.
  • Die drei wichtigsten Nutzen: nicht Features, sondern was der Kunde damit besser kann.
  • Die häufigsten Einwände: Was fragen Kunden, bevor sie kaufen? Genau das sollte das Video beantworten.
  • Die Zielseite: Wohin führt das Video? Shop, Produktseite, Landingpage. Mehr dazu weiter unten.

Welche Länge und welches Format für Shop, Website und Social?

Die Länge folgt dem Kanal. Im Feed kurz und hochkant, auf Produktseite und Website länger und im Querformat oder quadratisch.

Als grobe Orientierung:

  • Shop und Produktseite: kurze Loops und Detailaufnahmen, oft ohne Ton. Quadratisch oder quer, damit das Video neben Fotos und Text passt.
  • Website und Landingpage: 30 bis 90 Sekunden, Querformat (16:9). Wer hier ist, sucht bewusst Infos und schaut länger zu.
  • Social Media (Reels, TikTok, Stories): wenige Sekunden bis eine halbe Minute, Hochformat (9:16), mit Untertiteln, weil viele ohne Ton schauen.
  • Anzeigen im Feed: kurz und in mehreren Varianten mit unterschiedlichem Einstieg, damit du testen kannst.
  • Erklärvideo: so lang, wie die Erklärung braucht. Ein bis zwei Minuten reichen fast immer.

Ein Fehler, den man oft sieht: Das Website-Video wird für Social einfach hochkant beschnitten. Dann klebt das Produkt am Bildrand oder fehlt ganz. Plane das Hochformat beim Dreh mit, also Produkt mittig, Platz für Untertitel oben und unten. Und zeig das Produkt im ersten Bild, nicht erst nach dem Logo. Wie Video speziell auf TikTok funktioniert, liest du in TikTok für Unternehmen.

Produktvideo Beispiele aus unseren Projekten

Zwei Projekte, zwei sehr unterschiedliche Produkte: Pistazien, die man schmecken soll, ohne sie zu probieren, und eine Software, die man nicht anfassen kann.

Fiete Food: ein Snack, der gegen Chips antritt

Fiete Food verkauft geröstete Premium-Pistazien aus Gaziantep. Für die Produkteinführung gab es eine junge Marke, wenig Budget und wenig Zeit. Im Snackregal heißt der Gegner Chips: lecker, aber mit schlechtem Ruf. Ein aufwendiger Studiodreh war nicht drin. Wir haben das Video deshalb aus KI-gestützten Videoschnipseln gebaut, die das Produkt hochwertig zeigen und sich schnell umsetzen ließen. Die Markenbekanntheit über Social Media stieg um 70 %, 85 % der Rückmeldungen waren positiv, und der Umsatz lag im ersten Monat 30 % höher.

Fallende Pistazien vor dunkelgrünem Hintergrund mit dem Schriftzug „Pistazien aus Gaziantep“
Motiv aus dem Produktvideo für Fiete Food: das Produkt als Hauptfigur

DeepImmo: Software zeigen, die man nicht in die Hand nehmen kann

DeepImmo macht Software für Immobilienmakler. Bei so einem Produkt gibt es nichts zu drehen außer einem Bildschirm. Der Nutzen muss also aus der Geschichte kommen: Die Videos setzen beim Ärger der Makler über stundenlange Recherche an und zeigen erst danach, wie die Software ihnen diese Arbeit abnimmt. Das Produkt kommt also nicht als Feature-Liste ins Bild, sondern als Antwort auf ein Problem, das der Zuschauer schon kennt. Und statt auf eine einzige Machart zu setzen, traten mehrere Videoformen gegeneinander an, vom klassischen Erklärvideo bis zum Gründer, der selbst vor der Kamera spricht. Für Produktvideos heißt das: Bei erklärungsbedürftigen Produkten erst das Problem zeigen, dann das Produkt.

Was kostet ein Produktvideo?

Was ein Produktvideo kostet, hängt vor allem davon ab, wie aufwendig das Produkt ins Bild zu bringen ist, ob gedreht oder animiert wird und wie viele Fassungen du brauchst. Eine klare Einschätzung für dein Projekt bekommst du im kostenlosen Erstgespräch.

Typisch für Produktvideos sind diese Kostentreiber:

  • Das Produkt selbst: Glas, Metall, Lebensmittel, sehr kleine Teile oder Bewegung brauchen mehr Licht, Makro-Optik und Geduld als ein Karton auf dem Tisch.
  • Realdreh, Animation oder KI: Ein Studiodreh, eine 3D-Animation und KI-gestützte Clips wie bei Fiete Food verteilen den Aufwand ganz unterschiedlich.
  • Anwendung in echter Umgebung: Sobald das Produkt draußen, beim Kunden oder mit Darstellern gezeigt wird, kommen Location und Organisation dazu.
  • Software-Demos: Saubere Testdaten, Bildschirmaufnahmen und Motion Design ersetzen die Kamera, kosten aber Zeit in Vorbereitung und Schnitt.
  • Varianten zum Testen: Mehrere Einstiege und Längen für Anzeigen sind mehr Schnittarbeit, bringen dir aber Daten, welche Fassung verkauft.
  • Mehrere Produkte oder Farben: Eine Serie mit gleichem Aufbau ist pro Video günstiger als lauter Einzelstücke.

Allgemeine Posten wie Konzept, Musikrechte und Korrekturschleifen fallen bei jeder Videoproduktion an. Für die Rechnung beim Produktvideo zählt vor allem, wie lange es arbeitet: Ein Video, das auf der Produktseite steht und gleichzeitig Anzeigen füttert, verteilt seinen Aufwand auf viele Verkäufe. Und Fiete Food zeigt, dass ein knappes Budget kein Grund gegen Video ist, wenn die Machart dazu passt.

Kostenloses Erstgespräch →

Produktvideo selbst mit dem Handy drehen oder Profi?

Für schnelle Clips im Tagesgeschäft reicht oft das Handy. Für das Video, das im Shop und in Anzeigen verkaufen soll, lohnt sich ein Profi-Team.

Die Kamera im Smartphone ist selten das Problem. Woran Produktvideos vom Handy meistens scheitern:

  • Licht: Produkte leben davon. Ohne gutes Licht wirkt Edelstahl grau, Essen fade und Glas spiegelt den Raum.
  • Ruhe im Bild: Detailaufnahmen brauchen Stativ, Schienen oder Gimbal. Freihand wackelt es genau da, wo es auf Präzision ankommt.
  • Skript: Wer einfach draufhält, zählt Funktionen auf, statt den Nutzen zu zeigen.
  • Schnitt: Tempo, Einstieg und Untertitel entscheiden, ob jemand bis zum Ende schaut.

Selbst drehen passt, wenn du Stories füllen, einen Blick hinter die Kulissen zeigen oder testen willst, welche Botschaft ankommt. Profi lohnt sich, wenn das Video lange auf der Produktseite steht, mit Werbebudget ausgespielt wird oder dein Produkt hochwertig wirken muss. Beides lässt sich gut kombinieren: Die Profi-Produktion liefert das Hauptvideo und die Anzeigen, dein Team ergänzt mit schnellen Clips aus dem Alltag.

Wohin mit dem Video? Ohne Ziel-Seite verpufft es

Ein Produktvideo verkauft nur, wenn direkt danach der Kauf oder die Anfrage möglich ist. Also auf der Produktseite im Shop oder auf einer eigenen Landingpage.

Das Video weckt Interesse, die Seite danach muss es einlösen. Gute Zielseiten zeigen dasselbe Produkt, nehmen das Versprechen aus dem Video wieder auf und haben einen eindeutigen Call to Action: in den Warenkorb, Demo buchen, Angebot anfragen. Das Video selbst gehört dort weit nach oben, nicht ans Seitenende. Wie du so eine Seite aufbaust, steht in Landingpage erstellen. Danach testest du: Welcher Einstieg, welche Länge, welches Format bringt die meisten Käufe? Dafür sind die Varianten aus der Produktion da.

Fazit: Erst der Nutzen, dann die Aufnahmen

Ein Produktvideo stellt dein Produkt in den Mittelpunkt, nicht dein Unternehmen, und unterscheidet sich darin vom Imagefilm. Länge und Format folgen dem Kanal: kurz und hochkant für Social, länger und quer für Website und Landingpage. Die Kosten hängen vor allem vom Produkt, der Machart und der Zahl der Fassungen ab. Und ohne passende Zielseite bleibt auch das schönste Video ohne Verkauf.

Du hast ein Produkt, das im Video besser rüberkommen soll? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam drauf und sagen dir, welche Machart und welche Formate zu deinem Produkt und deinem Budget passen. Weitere Projekte aus Video, Social und Web findest du in unseren Cases.

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Jan von den Bagaluten
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