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Guide · 8 Min. Lesezeit · 29. Oktober 2026

Recruiting-Video erstellen: Beispiele, Tipps und Checkliste

Mann mit Basecap sitzt lachend vor der Kamera, im Hintergrund ein warm beleuchteter Raum

Drohnenflug übers Firmengelände. Händeschütteln im Besprechungsraum. Dazu Gitarrenmusik und „Werde Teil unseres Teams“. Kennst du? Eben. Ein gutes Recruiting-Video zeigt echte Leute aus deinem Betrieb, ist kurz, läuft im Hochformat und sagt am Ende klar, wie man sich bewirbt. Mehr braucht es nicht. Weniger aber auch nicht.

Hier liest du, wer ins Video gehört, wie lang es sein darf, wo es laufen sollte und wann du es selbst mit dem Handy drehen kannst. Dazu Beispiele aus unseren Projekten und eine Checkliste zum Abhaken.

Was ist ein Recruiting-Video und wofür brauchst du es?

Ein Recruiting-Video, oft auch Recruitingfilm genannt, zeigt Bewerbern, wie es wirklich ist, bei dir zu arbeiten. Es ersetzt keine Stellenanzeige, es macht sie glaubwürdig.

Eine Anzeige kann viel behaupten. Ein Video zeigt in ein paar Sekunden, was sich nicht behaupten lässt: wie der Kollege redet, wie aufgeräumt die Werkstatt ist, ob der Chef lacht. Daran machen viele fest, ob sie sich bei dir eine Zukunft vorstellen können.

Und es erreicht Leute, die gar nicht suchen. Viele gute Fachkräfte haben einen Job und schauen selten in eine Jobbörse. Gescrollt wird trotzdem, jeden Abend. Ein Video im Feed holt sie genau dort ab. Wie aus dem Video eine Kampagne mit Anzeigen, Bewerbungsweg und Vorauswahl wird, siehst du bei Social Recruiting.

Wer gehört ins Recruiting-Video?

Deine Mitarbeitenden. Nicht der Sprecher aus der Agentur, nicht das Model vom Stockfoto, sondern die Leute, mit denen der Neue morgen Kaffee trinkt.

Bewerber wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Drei Perspektiven tragen dabei besonders gut:

  • Kollegen auf Augenhöhe: Facharbeiter, Pflegekraft, Sachbearbeiterin. Wer genau den Job macht, den du besetzen willst, ist die glaubwürdigste Stimme.
  • Azubis oder Neue: Sie erinnern sich noch, wie es war, neu anzufangen. Das hilft allen, die gerade überlegen.
  • Die Chefin oder der Chef: kurz, ehrlich, ohne Manuskript. Ein Satz, warum dir dein Team wichtig ist, sagt meist mehr als jedes Leitbild.

Keine Sorge, wenn sich keiner „kameratauglich“ findet. Das ist beim ersten Mal kaum jemand. Gute Fragen und etwas Zeit vor der Kamera machen aus nervösen Kollegen ziemlich schnell ehrliche Erzähler. Ein auswendig gelernter Text klingt dagegen immer auswendig gelernt.

Was die Leute erzählen, hängt davon ab, was euch als Arbeitgeber ausmacht. Wie du das herausfindest, steht im Guide zu Employer Branding Maßnahmen.

Wie lang sollte ein Recruiting-Video sein?

So kurz, wie es geht. Für Anzeigen im Feed eher Sekunden als Minuten, auf der Karriereseite darf es länger sein.

Die bessere Frage ist nicht „wie lang“, sondern „für wen und wo“. Wer dich noch nicht kennt, gibt dir ein paar Sekunden. Wer schon auf deiner Karriereseite ist, nimmt sich Zeit. Deshalb planen wir aus einem Dreh mehrere Schnitte statt eines Films für alles.

Egal wie lang: Die ersten Sekunden entscheiden oft, ob jemand dranbleibt. Wer mit Firmenlogo und Gebäudeansicht startet, verliert die Leute, bevor es spannend wird. Fang mit einem Menschen an.

Wo läuft das Recruiting-Video?

Überall dort, wo jemand über deine Stelle nachdenkt: in der Stellenanzeige, auf der Karriereseite, in Social Ads und auf der Bewerbungs-Landingpage. Jeder Ort bekommt seinen eigenen Schnitt.

  • In der Stellenanzeige: Erlaubt dein Jobportal Videos, bind es ein. Sonst verlinkst du es direkt unter dem Einstieg. Das Video ersetzt keinen guten Text, es ergänzt ihn. Wie der aussieht, steht in Stellenanzeige schreiben.
  • Auf der Karriereseite: Hier darf der längere Schnitt laufen, mit mehreren Kollegen und mehr Alltag. Wer hier landet, ist schon neugierig und will wissen, ob es passt.
  • In Social Ads: kurze Clips im Hochformat für Reels, Stories und Feed, mit Untertiteln und einem Gesicht in der ersten Sekunde. Welches Format auf welcher Plattform zieht, liest du im Guide Social Media Recruiting.
  • Auf der Bewerbungs-Landingpage: Wer auf die Anzeige tippt, landet auf einer Landingpage mit den wichtigsten Fakten zur Stelle und einem kurzen Formular. Ein Clip oben auf der Seite erinnert daran, warum die Person geklickt hat.

Ein Video, das nur einmal auf deiner Facebook-Seite landet, sehen vor allem Leute, die dich schon kennen. Neue Leute erreichst du mit Anzeigen, ausgerichtet auf deine Region und auf Interessen rund um den Beruf.

Recruiting-Video selbst drehen mit dem Handy?

Für schnelle Clips zwischendurch ja, für Anzeigen und Karriereseite meist nicht. Die Kamera im Handy ist gut genug. Was beim Selbstdrehen fehlt, sind eher Ton, Licht, Konzept und der Schnitt in mehrere Fassungen.

Wann das Handy reicht

  • Stories und spontane Einblicke: der neue Azubi am ersten Tag, die fertige Baustelle, das Grillen nach Feierabend. Hier zählt, dass es echt und aktuell ist, nicht perfekt.
  • Antworten auf Fragen: Jemand fragt im Kommentar nach Teilzeit? Ein Kollege antwortet in 20 Sekunden selbst. Persönlicher geht es kaum.
  • Lebenszeichen auf dem Profil: Wer nach einer Anzeige auf dein Profil tippt, sollte dort etwas Aktuelles finden. Dafür reichen Handy-Clips völlig.

Wann du lieber professionell drehen lässt

  • Für Anzeigen: Hier bezahlst du für jede Sekunde Aufmerksamkeit. Hook, Ton und Schnitt müssen sitzen, und du brauchst mehrere Varianten zum Testen.
  • Für die Karriereseite: Dieses Video läuft lange und ist für viele der erste ausführliche Eindruck von dir als Arbeitgeber. Wackelbild und Hall im Ton fallen hier stärker auf als in einer Story.
  • Wenn im Alltag keiner dazu kommt: Ein gutes Video braucht Vorbereitung, Interviewfragen und einen Schnitt in mehrere Formate. Bleibt das liegen, ist ein geplanter Drehtag oft der schnellere Weg.

Drehst du selbst, helfen ein paar Grundregeln: Hochformat, Licht von vorn (ein Fenster reicht), ein ruhiger Raum oder ein Ansteckmikro und das Handy auf einem Stativ. Und frag alle, die im Bild sind, vorher um ihr Okay, am besten schriftlich.

So läuft der Dreh eines Recruiting-Videos ab

Idee, Planung, ein Drehtag bei dir im Betrieb, Schnitt in mehrere Formate, Ausspielung. Der größte Teil der Arbeit passiert vor und nach der Kamera.

  1. Idee: Wen suchst du genau, und was macht deinen Betrieb für genau diese Leute besser? Daraus entstehen Hook, Geschichte und die Fragen für die Interviews.
  2. Planung: Drehorte, wer vor die Kamera kommt, Zeitplan und Shotlist. So passt der Drehtag in euren Arbeitsalltag.
  3. Drehtag vor Ort: in deiner Halle, deinem Büro, deinem Fahrzeug. Wir bringen Kamera, Licht und Ton mit. Dein Team muss nichts auswendig lernen, wir stellen Fragen und lassen erzählen.
  4. Schnitt für jeden Ort: Rhythmus, Musik, Untertitel, Farbe. Hochformat für Social Media, Querformat für Website und Karriereseite.
  5. Ausspielen und nachsteuern: Die Clips laufen als Anzeigen in deiner Region. Wir schauen, welche Version zieht, und ändern die, die es nicht tun.

Mehr dazu, wie wir Videos produzieren, findest du bei Videoproduktion.

Recruiting-Video Beispiele aus unseren Projekten

Drei Projekte, drei Branchen, ein Prinzip: echte Menschen statt Hochglanz.

Hiller: drei Stimmen aus einem Betrieb

Hiller ist ein Fertigungsbetrieb und sucht Fachkräfte und Auszubildende. Deshalb kommen im Video beide Gruppen zu Wort, und die Chefetage gleich mit: Azubis, Facharbeiter und Geschäftsführung erzählen selbst, was die Arbeit bei Hiller ausmacht. Das Material reicht für Reels und Stories genauso wie für die Karriereseite. Mehr im Case Hiller.

Andres Carpoint: Die Arbeit spricht

Beim Karosserie- und Lackierbetrieb Andres Carpoint wird weniger geredet und mehr gezeigt. Funken, Lack, das echte Team bei der Arbeit. Wer Lackierer oder Karosseriebauer ist, sieht in den kurzen Clips schnell, wie hier gearbeitet wird. Geschnitten wurde für Reels und Anzeigen, also für die Orte, an denen Fachkräfte nebenbei scrollen.

Mitarbeiter von Andres Carpoint mit Gesichtsschutz arbeitet mit dem Winkelschleifer, Funken fliegen
Andres Carpoint: Werkstattalltag statt Imagebroschüre

P+P Schleifer: Das Video als erster Schritt

Dass Recruiting-Videos nicht nur in Halle und Werkstatt funktionieren, zeigt die Steuerkanzlei P+P Schleifer. Auch dort fehlten Fachkräfte, und das Team fing die Lücke mit Überstunden auf. Das Video war hier nicht allein unterwegs. Dazu kamen ein neues Arbeitgeber-Branding und eine mehrstufige Kampagne mit einem Büro-Tier-Quiz direkt in der Anzeige. Wie das Quiz funktioniert, steht im Guide Social Media Recruiting.

Ergebnis der Kampagne: 2 Einstellungen in acht Wochen, 6 qualifizierte Bewerber in 90 Tagen und +25 % regionale Aufmerksamkeit als Arbeitgeber. Für dein eigenes Video heißt das, plan den Schritt nach dem Video gleich mit.

Szene aus der Steuerkanzlei P+P Schleifer: Frau am Empfangstresen lächelt einen Besucher mit Basecap an
P+P Schleifer: Kanzleialltag statt Stockfoto

Es ist wie eine Bombe eingeschlagen! Ich empfehle, das den Leuten hier zu übergeben und einfach zu sagen: Mach es.

Philip Schleifer, CEO, P+P Schleifer

Kostenloses Erstgespräch →

Was kostet ein Recruiting-Video?

Das hängt davon ab, wie viele Drehorte und Personen dabei sind, wie viele Fassungen du brauchst und ob das Video auch als Anzeige laufen soll. Eine klare Einschätzung bekommst du im kostenlosen Erstgespräch. Wovon der Preis einer Produktion im Detail abhängt und wie du Angebote vergleichst, steht in Videoproduktion Kosten.

Checkliste: Ist dein Recruiting-Video startklar?

Bevor das Video online geht, hak diese Punkte ab. Jeder offene Punkt ist eine Stelle, an der Interessierte abspringen können.

  • ☐ Hochformat: Für Reels, Stories und Feed gibt es eine Fassung in 9:16.
  • ☐ Untertitel: Viele schauen ohne Ton. Was gesagt wird, steht auch im Bild.
  • ☐ Mensch in den ersten Sekunden: ein Gesicht und ein Satz, kein Logo und keine Gebäudeansicht.
  • ☐ Arbeitstag statt Firmengeschichte: Bewerber sehen ihren künftigen Alltag, nicht Maschinenpark und Gründungsjahr.
  • ☐ Eigene Worte statt Floskeln: Niemand sagt „flache Hierarchien“ in die Kamera. Die Leute erzählen, was sie wirklich erleben.
  • ☐ Klarer nächster Schritt: Am Ende steht, wie man sich bewirbt, zum Beispiel „Tipp auf den Link, drei Fragen, fertig“.
  • ☐ Einfache Bewerbung: Das Formular passt auf einen Handybildschirm. Kontaktdaten und zwei, drei Fragen reichen, Anschreiben und Lebenslauf klärt ihr später im Gespräch.
  • ☐ Ausspielung geplant: Das Video läuft als Anzeige in deiner Region, nicht nur einmal auf deiner Seite.
  • ☐ Jemand antwortet: Es ist geklärt, wer Bewerbungen, Kommentare und Nachrichten beantwortet, und zwar schnell.

Fazit: Ein gutes Recruiting-Video zeigt Menschen, keine Drohnenflüge

Ein Recruiting-Video wirkt glaubwürdig, wenn deine echten Leute darin ehrlich erzählen, was die Arbeit bei dir ausmacht. Kurz, im Hochformat und mit einem Gesicht in den ersten Sekunden kann es auch Fachkräfte erreichen, die gar nicht suchen. Für Stories reicht das Handy, für Anzeigen und Karriereseite lohnt ein geplanter Dreh. Und erst mit gezielter Ausspielung und einer einfachen Bewerbung kann aus Aufmerksamkeit eine Bewerbung werden.

Du willst wissen, wie das bei dir aussehen kann? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns deine offenen Stellen an, und du bekommst eine klare Einschätzung, was realistisch ist. Mehr Beispiele findest du in unseren Cases. Und wenn du gezielt Handwerker suchst, lies weiter bei Mitarbeiter finden im Handwerk.

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Jan von den Bagaluten
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